Gartner-Analyse

Anwender setzen auf BI für bessere Geschäfte

07.03.2011 von Martin Bayer
Die Verantwortlichen in den Unternehmen sehen Business Intelligence mehr und mehr als wirksames Tool, ihre Geschäfte effizienter abzuwickeln. Infolgedessen wird der BI-Markt in den kommenden Jahren stark zulegen, meldet Gartner.
Das BI-Geschäft stellt aus Perspektive der Gartner-Experten eines der schnellsten wachsenden Segmente des gesamten Software-Markts dar.
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Die hohen Investitionen in Software für Business Intelligence seien ein untrügliches Zeichen für die strategische Bedeutung des Themas, sagt Ian Bertram, Managing Vice President von Gartner. Die Marktforscher taxieren das Volumen des weltweiten BI-Marktes in diesem Jahr auf 10,8 Milliarden Dollar. Das würde ein Plus von 9,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr bedeuten. Auch in den kommenden Jahren sollen die Geschäfte mit BI-Lösungen weiter zulegen, wenn auch nicht mehr ganz so stark. Gartner rechnet dennoch bis 2014 mit Wachstumsraten hohen einstelligen Prozentbereich.

Treiber seien zum einen die Software-Anbieter, die Themen rund um Analysen und Business Performance Management stark in den Vordergrund rückten, aber auch die Endanwender, die BI-Projekte forcierten, in der Hoffnung, damit ihre Kosten zu senken und die Produktivität zu steigern.

Allerdings verliefen viele BI-Projekte in der Vergangenheit alles andere als reibungslos. Und auch heute noch haben die meisten Unternehmen ihre liebe Not mit den entsprechenden Softwarewerkzeugen, ergaben Untersuchungen verschiedener Marktbeobachter. Beispielsweise besagt eine Vergleichstudie des Beratungsunternehmens Actinium Consulting unter 230 Unternehmen aus dem deutschsprachigen Raum, dass vier von fünf befragten Firmen ihre BI-Maßnahmen schwer gefallen sind. Mehr als ein Drittel bewertete die damit verbundenen Anforderungen als sehr hoch, weiter 44 Prozent immerhin noch als hoch.

Insgesamt stieg der Anteil der Unternehmen, die Schwierigkeiten im Umgang mit BI einräumten im Vergleich zum Jahr 2007 um zwölf Prozentpunkte. Dabei haben die Verantwortlichen neben Schwächen bei den Anforderungs- und Prozessanalysen auch mit Problemen bei der Auswahl von BI-Tools zu kämpfen. "Die BI-Maßnahmen sind häufig von vornherein zu komplex angelegt", sagt Actinium-Geschäftsführer Klaus Hüttl. "Außerdem wird die Ausrichtung zu sehr durch die technische Brille geplant und zu wenig an dem praktischen Nutzen orientiert."

Datenberge überfordern viele Unternehmen

Viele Unternehmen seien nicht in der Lage, aus den angehäuften Datenbergen die richtigen Informationen herauszufiltern, bestätigt Shaku Atre vom US-amerikanischen Beratungshaus Atre Group. In den meisten Betrieben herrsche ein Datenüberhang, dem ein eklatanter Informationsmangel gegenüber stehe. Für die Verantwortlichen in den Unternehmen gehe es darum, die Informationen so aufzubereiten, dass diese den richtigen Personen, zur richtigen Zeit am richtigen Ort zur Verfügung stehen. Die damit verbundenen Probleme sowie deren Folgen seien jedoch nicht zu unterschätzen, warnt Atre. Es gehe nicht nur um Profite und Verluste, sondern letztendlich auch um das Überleben ganzer Unternehmen.

Für die BI-Anbieter wird es aus Sicht der Gartner-Analysten deshalb in Zukunft auch immer wichtiger, ihren Kunden bei der Einführung und im Betrieb der entsprechenden Lösungen unter die Arme zu greifen. Die Experten haben drei Kriterien definiert, um den Einsatz und Nutzen von BI-Plattformen zu verbessern:

  1. BI-Werkzeuge müssen einfach zu nutzen sein. Die Anwender verlangen, dass der Umgang mit diesen Tools genauso problemlos funktioniert wie mit anderen Softwarewerkzeugen, die tagtäglich genutzt werden. Dazu gehört auch, dass Anwender auch über mobile Endgeräte wie iPhone und iPad auf BI-Tools zugreifen können. An dieser Stellen hätten viele BI-Anbieter jedoch noch eine offene Flanke, monieren die Experten von Gartner.

  2. BI-Werkzeuge müssen in der Lage sein, große Datenmengen zu verarbeiten, die sich ständig verändern und aus verschiedensten Quellen stammen. Als Beispiel nennt Gartner an dieser Stelle die Analyse von Inhalten und Informationen aus sozialen Netzwerken. Vor diesem Hintergrund würden Techniken wie In-Memory-Datenbanken zunehmend interessanter, die zudem ganz neue Applikationen im BI-Umfeld ermöglichten.

  3. BI-Werkzeuge werden meist angeschafft, um die Entscheidungsfindung in den Unternehmen zu unterstützen. Die BI-Systeme müssten sich daher entsprechend weiterentwickeln - von Tools, die Informationen sammeln und präsentieren, hin zu Werkzeugen, die gezielt dem Management dabei helfen, die richtigen Entscheidungen zur weiteren strategischen Ausrichtung des eigenen Unternehmens zu treffen.

    Quelle: Computerwoche