Nach dem Cyberangriff

Britische Kliniken brauchen dringend Blutspenden

11.06.2024
Weil es nach einer Cyberattacke Probleme bei Bluttests gibt, sucht der britische Gesundheitsdienst dringend sogenannte Universalspender. Hinter dem Angriff sollen ausländische Hacker stecken.
Der Cyberattacke mit einer Ransomware in der vergangenen Woche betrifft mehrere große Krankenhäuser in London, darunter das King's College Hospital, das St. Thomas' Hospital und das Evelina London Children's Hospital.
Foto: William Barton - shutterstock.com

Der britische Gesundheitsdienst NHS bittet nach einer Cyberattacke auf mehrere Krankenhäuser dringend um Blutspenden. Der Angriff, hinter dem eine russische Hackergruppe stecken soll, führe dazu, dass die Blutgruppe von Patienten nicht so schnell wie gewohnt getestet werden könne, hieß es in einer Mitteilung am Montag.

Der NHS rief daher dringend zu Spenden der Blutgruppen 0 negativ und 0 positiv auf. Menschen mit der Blutgruppe 0 negativ gelten als sogenannte Universalspender. Ihr Blut kann allen Patienten verabreicht werden und ist daher gerade bei Notfällen gefragt, wenn keine Zeit ist, um einen Test durchzuführen. 0 positiv ist die am häufigsten auftretende Blutgruppe und daher ebenfalls begehrt.

"Patientensicherheit ist unsere absolute Priorität. Wenn Krankenhäuser die Blutgruppe eines Patienten nicht kennen oder nicht zur Verfügung haben, ist es sicher, Blut der Gruppe 0 zu verwenden", sagte der medizinische Direktor des Blutspendediensts NHSBT, Gail Miflin.

Die Hacker sollen es auf Geld abgesehen haben

Der Cyberattacke mit einer Ransomware in der vergangenen Woche betrifft mehrere große Krankenhäuser in London, darunter das King's College Hospital, das St. Thomas' Hospital und das Evelina London Children's Hospital. Konkret wurde der Dienstleister Synnovis angegriffen, der für die Krankenhäuser Laboruntersuchungen durchführt.

Hinter dem Angriff soll Behörden zufolge die russische Hackergruppe Qilin stecken, die es auf Geld abgesehen haben soll. Bei Angriffen mit sogenannter Ransomware werden Daten verschlüsselt, für deren Freigabe ein Lösegeld gefordert wird. (dpa/rs)