Rolle des CIO

Die Verantwortung des CIOs geht über die IT hinaus

16.07.2021 von Alexandra Mesmer
CIO oder CDO - wer treibt den digitalen Wandel? Eine Antwort von Aurubis-Manager Marcus Sassenrath zum 20-jährigen Jubiläum des CIO-Magazins.
Marcus Sassenrath, Vice President Corporate IT bei Aurubis, sieht das größte Digitalisierungspotenzial in der Produktion.
Foto: Aurubis

Die digitale Transformation bringt für Unternehmen tiefgreifende Veränderungen mit sich. Mitunter stehen bisherige Geschäftsmodelle auf dem Prüfstand, aber auch berufliche Rollen verändert sie. Wurde noch vor Jahren der digitale Wandel in Organisationen dem Chief Digital Officer (CDO), einer damals ins Leben gerufenen Rolle, zugeschrieben, hat sich das Bild mittlerweile gewandelt.

Digitalisierung liegt in der Verantwortung des CIOs

Ein Beispiel dafür ist Marcus Sassenrath, der als Vice President Corporate IT beim Hamburger Kupferproduzenten Aurubis nicht mehr nur die klassische CIO-Rolle einnimmt. In Sassenraths Augen hat sich die CIO-Rolle in den vergangenen Jahren verändert, da ein CIO "nicht mehr nur für die konzernweite IT verantwortlich ist, sondern auch für die Digitalisierung." Und diese gehe über die klassische IT hinaus und berühre beispielsweise Produkte, Geschäftsmodell oder Unternehmenskultur.

Digitalisierung von Prozessen (=klassische IT), Produkten und Geschäftsmodellen sieht der Aurubis-Manager als drei Säulen jeder Digitalisierungsstrategie an. Das müsse man dann auf das eigene Unternehmen und dessen Strategie anpassen. Aurubis legt zum Beispiel einen besonderen Schwerpunkt auf die Digitalisierung der Produktion, so Sassenrath weiter: "Dort sehen wir in unserem Geschäftsmodell des größte Digitalisierungspotenzial - zum Beispiel auch, um unsere Nachhaltigkeitsstrategie digital zu unterstützen."

Die Grundlinien der Digitalstrategie von Aurubis ist entwickelt, die Roadmap zur Umsetzung definiert und die erforderlichen Organisationsveränderungen sind umgesetzt. Vor dem Hintergrund sieht Sassenrath es als seine drei Hauptaufgaben an, die digitale Roadmap umzusetzen und dabei den erfolg großer Digitalisierungsinitiativen sicherzustellen, S4HANA als Business-Transformationsprojekt auf den Weg zu bringen sowie die Veränderungskompetenz auch jenseits der IT- und Digitalorganisation voranzutreiben. Dabei soll auch das Abteilungsdenken abgebaut werden.

CIO als Berater und Coach

Und wie wird sich die CIO-Rolle in den nächsten fünf Jahren wandeln? "Ich denke, der Trend, dass der CIO auch über die IT hinaus Verantwortung für die Digitalisierung übernimmt, wird sich fortsetzen", sagt Sassenrath. Wichtig sei, dass ein IT-Chef sich und seinen Bereich als Berater und Coach versteht.

Digitalisierung werde von allen Abteilungen getrieben, diese müssen sich darauf verlassen können, dass sie zu jeder Zeit im IT-Bereich die benötigte Kompetenz und Unterstützung bekommen. Sassenrath ist überzeugt: "Der CIO wird stärker in die Verantwortung für den Geschäftserfolg genommen und muss mit IT-Kompetenz digitale Innovationen von Produkten und Geschäftsmodellen unterstützen."

Wir feiern 20 Jahre CIO-Magazin

Ob auf dem Tablet oder in der Print-Edition zum Anfassen, das CIO Magazin begleitet IT-Manager seit 20 Jahren.
Foto: Montage cio.de / rawpixel.com - shutterstock.com

Am 16. September feiern wir den 20. Geburtstag des CIO-Magazins. An diesem Tag vor 20 Jahren wurde das erste Heft fertig, das mit einer Auflage von 80.000 in den Markt ging. Auf dem Jubiläumsevent stellen wir auch die Prognosen zur Zukunft der IT aus dem neuen CIO-Jahrbuch vor. Für das musikalische Highlight sorgt die "CIO-Band", die remote ihren ersten Song aufgenommen hat.