Incentive Points

Mit Prämienpunkten gegen den Fachkräftemangel

01.07.2015 von Uwe Küll
Prämien als Mittel zur Mitarbeiterbindung – die Idee leuchtet ein. Doch mit der Umsetzung tun sich viele Unternehmen schwer. Die japanische Firma Benefit One hat hier eine Marktlücke erkannt und bringt das System der "IncentivePoints" jetzt auch nach Deutschland.
  • Prämienpunkte sollen dem Fachkräftemangel entgegenwirken
  • Incentive Points können die Fluktuationsrate in einem Unternehmen deutlich reduzieren

"Der Fachkräftemangel in unserem Land ist eines der zentralen Probleme für die Wirtschaft", sagt Norio Shiraishi, und er meint damit nicht Deutschland. Dennoch hat Shiraishi als Präsident von BenefitOne Inc., einem weltweit agierenden Personaldienstleistungsunternehmen mit Hauptsitz in Tokio, soeben eine Tochtergesellschaft in München gegründet, denn: "Wir wissen von unseren deutschen Kunden, aber auch von japanischen Firmen mit deutschen Töchtern, dass sie hier in Deutschland mit den gleichen Problemen bei der Gewinnung und Bindung von Fachkräften kämpfen wie bei uns in Japan und anderen Industrieländern." Vor diesem Hintergrund lag es nahe, auch am deutschen Markt ein System zur Mitarbeiterbindung anzubieten, das sich in Japan bereits als Erfolgsmodell bewährt hat: Die "Incentive Points".

Norio Shiraishi: "Deutschland hat beim Binden und Gewinnen von Fachkräften die gleichen Probleme wie Japan und andere Industrieländer."
Foto: Benefit One

Punkte sammeln für attraktivere Prämien

Das Prinzip der Incentive Points ist einfach. Mitarbeiter erhalten Prämien nicht in Form von Geld oder Naturalien, sondern sie bekommen Punkte auf einem Konto gutgeschrieben, die sie ansparen und dann gegen Produkte und Dienstleistungen aus einem breit gefächerten Prämienangebot eintauschen können. Der Vorteil dabei für die Mitarbeiter: Durch das Sammeln von Punkten erhalten sie attraktivere Prämien, als sie der Arbeitgeber unter Berücksichtigung der steuerlichen Grenze von maximal 44 Euro im Monat pro Mitarbeiter gewähren könnte. Darüber hinaus können sie den Wert ihrer Boni durch die Wahrnehmung von Prämiensonderangeboten steigern. In Japan beispielsweise gehören Hotelgutscheine und Veranstaltungstickets mit Rabatten von bis zu 50 Prozent zu den Spitzenreitern der Prämien-Charts.

Der Vorteil des Systems für die Unternehmen liegt vor allem im vereinfachten Handling, sagt Shiraishi: "Bei herkömmlichen Bonus-Systemen müssen Unternehmen einen erheblichen Aufwand betreiben, um Prämien auszuwählen, zu beschaffen, zu verwalten, auszugeben und den gesamten Prozess zu dokumentieren. Dieser Aufwand entfällt bei den Incentive Points, da der gesamte Prozess des Sammelns und Eintauschens von Punkten über die web-basierte Plattform von Benefit One läuft." Hier sind alle relevanten Informationen, etwa zum Punktestand der Mitarbeiter, zum Verfallsdatum von Incentive Points oder zu den ausgegebenen Prämien für Unternehmen und Mitarbeiter, jederzeit abrufbar.

In Japan nutzen bereits 5000 Unternehmen die Services von Benefit One, darunter auch deutsche Firmen wie Bayer, Bosch und Henkel. Der Wert der über die Plattform vergebenen Prämienpunkte belief sich 2014 auf etwa 47 Millionen Euro. Honoriert wird besonders häufig die Dauer der Mitarbeiterzugehörigkeit zum Unternehmen. Shiraishi erklärt: "Mit dem Einsatz der Incentive Points hat einer unserer Kunden die Fluktuationsrate in der Belegschaft um 31 Prozent reduziert. Andere Unternehmen vergeben Prämienpunkte an Teilzeitmitarbeiter, um sie ans Unternehmen zu binden."

Der Schritt nach Deutschland ist für Benefit One auch der Einstieg in den europäischen Markt. Dazu sagt Shiraishi: "Grundsätzlich müssen Unternehmen in allen Industrieländern die gleichen Herausforderungen bewältigen, um Fachkräfte zu binden. Die demographische Entwicklung verschärft das Problem noch - in ganz Europa. Und wenn man bedenkt, wie viel von einer moderaten Gehaltserhöhung nach Abzug der Steuern tatsächlich beim Mitarbeiter ankommt, spricht das eindeutig für ein effizientes Prämiensystem, von dem Unternehmen und Mitarbeiter gleichermaßen profitieren."

Personalmarkt-Gehaltsstudie 2014 für IT-Fachkräfte
IT-Gehälter 2014
Insgesamt sind 16.547 Datensätze in die Personalmarkt-Gehaltsstudie eingeflossen. Die Daten wurden zwischen Mai und August 2014 erhoben.
... verdient ...
... ein Gesamt-IT-Projektleiter.
Damit sind die IT-Projektleiter die am besten bezahlten Fachkräfte ohne Personalverantwortung.
... bekommt ...
... ein SAP-Berater.
Damit gehören auch sie zu den Spitzenverdienern unter den IT-Fachkräften.
... erhält ...
... ein IT-Berater.
Damit gehören sie zu den Top-3-Verdienern unter den IT-Fachkräften.
... verdient ...
... ein IT-Sicherheitsexperte.
Ihre Gehälter haben sich stark unterdurchschnittlich entwickelt, so Personalmarkt-Geschäftsführer Tim Böger.
... bekommt ...
ein Mobile-Entwickler.
damit bekommen sie 8000 Euro weniger als SAP-Entwickler.
... erhält ...
... ein Datenbank-Administrator.
Damit liegen sie gleichauf mit den Backend-Entwicklern.
... verdient ...
... ein Softwareentwickler Backend.
Sie bekommen 10.000 Euro mehr als Webentwickler.
... bekommt ...
... ein IT-Trainer.
Arbeiten sie in kleineren Unternehmen, haben sich ihre Gehälter negativ entwickelt.
... erhält ...
... ein System- und Netzadministrator.
In Konzernen legten ihre Gehälter sogar um acht Prozent zu.
... verdient ...
... ein Softwareentwickler Frontend.
... bekommt ...
... ein Mitarbeiter im Anwender Support.
... erhält ...
... ein Webdesigner und Webprogrammierer.
In der Beratungsbranche verdient ein IT-Projektleiter mit ...
... im Jahr am besten.
Damit erhält er knapp 30.000 Euro mehr als ein IT-Projektleiter in der Werbe- und PR-Branche.
In der Bankenbranche ...
...bekommt ein IT-Projektleiter...

Auch andere IT-Berufe vergüten die Banken überdurchschnittlich.
erhält ein Softwareentwickler ...
in der Bankenbranche und damit knapp 20.000 Euro mehr als sein Kollege aus der Lebensmittelbranche.
... verdient ein Systemadministrator ...
...in der Bankenbranche und damit 16.000 Euro mehr als sein Kollege im Einzelhandel.
In der Autoindustrie ...
... bekommt ein IT-Projektleiter ...
In der Chemie- und Verfahrenstechnikbranche ...
...erhält ein IT-Berater...

Damit verdient er 30.000 mehr als ein IT-Berater in Bildungsinstitutionen.
... bekommt ein Softwareentwickler ...
....in der Chemiebranche. Das sind 20.000 Euro mehr als ein Entwickler in der Lebensmittelbranche.
... verdient ein Systemadministrator ...
....in der Chemiebranche. Das sind 17.000 Euro mehr als ein Administrator im Einzelhandel.
Die Vergütungsstudie "IT-Funktionen 2014/2015 ...
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