Schienenverkehr

9-Euro-Ticket führt zu mehr Bahnreisen im Juni

07.07.2022
Im ersten Monat nach Einführung des 9-Euro-Tickets hat sich das Reiseaufkommen im Schienenverkehr erhöht.
Dank des 9-Euro-Tickets reisen wieder mehr Menschen mit der Bahn.
Foto: Mariia Korneeva - shutterstock.com

Nach einer Sonderauswertung von Mobilfunkdaten waren die bundesweiten Bewegungen auf der Schiene im Schnitt um 42 Prozent höher als im Juni 2019, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag mitteilte. Im Mai hatten sie lediglich um drei Prozent über dem Vergleichsmonat des Vor-Coronajahres gelegen. Die Daten umfassen nur Distanzen ab 30 Kilometern. Einen besonders deutlichen Anstieg stellte die Wiesbadener Behörde bei Zugreisen unter 300 Kilometern fest.

Vor allem am Wochenende nutzten viele Menschen die Bahn nach Einführung des 9-Euro-Tickets. Stärkster Tag war den Angaben zufolge der Samstag. Zugreisen an diesem Tag lagen im Schnitt im Juni um 83 Prozent über dem Vorkrisenniveau. An Sonntagen war die Entwicklung mit einem Plus von 61 Prozent ebenfalls deutlich. Von Montag bis Freitag wurde im Schnitt ein Anstieg um 36 Prozent gegenüber Juni 2019 festgestellt.

Zugleich wurde den Angaben zufolge ein leichter Rückgang der Aktivitäten im Straßenverkehr im Juni verzeichnet. Unter der Woche lagen die Bewegungen durchschnittlich nur zwei Prozent über dem Vorkrisenniveau, im Mai waren es noch fünf Prozent gewesen. "Die gegenläufigen Entwicklungen an Werktagen auf der Straße im Vergleich zur Schiene deuten darauf hin, dass Pendlerinnen und Pendler vom Straßen- zum Schienenverkehr gewechselt sind", erläuterte die Behörde. Sonntags lagen Reisen im Straßenverkehr im Juni sogar um sechs Prozent unter dem Sonntagsdurchschnitt für Juni 2019, im Mai war noch ein Plus von elf Prozent festgestellt worden.

Messverfahren

Bei Distanzen unter 30 Kilometern ist eine Identifizierung der Verkehrsträger anhand der Mobilfunkdaten nach Angaben der Behörde nicht zuverlässig möglich. Die vorliegenden Mobilfunkdaten messen alle Bewegungen und erlauben keine Unterscheidung zwischen Personen- und Güterfernverkehr. Auch Doppelzählungen sind nicht ausgeschlossen. (dpa/rs/rw)