Druck am Arbeitsplatz steigt

Mehr Stress im Job

08.12.2009 von Andrea König
Etwa die Hälfte der Deutschen fühlt sich am Arbeitsplatz gestresster als vor zwei Jahren. Im Durchschnitt liegt das Stress-Niveau bei 58 Prozent der Personen höher.
Der Stress am Arbeitsplatz nimmt zu.
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Mit 11.000 Arbeitnehmern aus 13 verschiedenen Ländern sprach Regus, ein Anbieter von Arbeitsplatzlösungen. 58 Prozent von ihnen fühlen sich gestresster als vor zwei Jahren.

Die Stress-Zunahme in Deutschland liegt unter dem internationalen Durchschnitt: 48 Prozent der Befragten gaben hierzulande an, dass ihr Stressniveau in den vergangenen zwei Jahren gestiegen ist.

Arbeitnehmer belasten vor allem die Rezession und der damit zusammenhängende Druck am Arbeitsplatz. Für 35 Prozent der Arbeitnehmer in Deutschland stellt die zunehmende Gewinnfixierung einen erheblichen Stressfaktor dar. Weitere 93 Prozent geraten unter Stress, weil sie unter dem Druck stehen, einen erstklassigen Kundenservice liefern zu müssen.

Auch die Größe des Arbeitgebers beeinflusst den Stress-Level. In größeren deutschen Unternehmen mit mehr als 1.000 Mitarbeitern hat der Stress stärker zugenommen als in den kleineren. 63 Prozent der Arbeitnehmer in großen Unternehmen fühlen sich gestresster als vor zwei Jahren, in den KMUs sind es nur 43 Prozent.

Neun Tipps gegen Stress
Treiben Sie Sport ...
... und ziehen Sie Yoga und weitere Meditationsübungen in Betracht. Diese Übungen sind die besten Mittel gegen Stress und tragen dazu bei, Stressgefühle abzubauen. Ganz abgesehen vom gesundheitlichen Nutzen dienen die Trainings auch dazu, den Stress besser zu managen.
Lernen Sie gut zu atmen
Obwohl wir natürlich seit unserer Geburt atmen, wissen die meisten von uns nicht, wie man richtig atmet. Viele atmen in einer oberflächlichen Art und Weise - besonders in stressbetonten oder unruhigen Zeiten. Tiefes Atmen durch den Bauch kann zur inneren Ruhe beitragen. Und es hilft, in unbequemen und angespannten Situationen einen kühlen Kopf zu bewahren.
Bringen Sie ihre Mitarbeiter an einen Tisch, um über jetzige schwere Zeiten zu sprechen
Wer sich die Zeit nimmt um darüber zu sprechen, wie die vielen Veränderungen und Schwierigkeiten am Arbeitsplatz die einzelnen Mitarbeiter bewegen, kann die Arbeitsmoral heben. Es ist ein Fehler zu glauben, Menschen seien nicht verängstigt und besorgt und der Arbeitsplatz sei davon nicht betroffen.
Fordern Sie zu positiven, lösungs-orientierten Antworten auf
Die Zeiten sind angespannt und schwierige Veränderungen in Organisationen sind die Regel. Daher sind Ehrlichkeit, Glaubwürdigkeit und Offenheit so wichtig. Heute ist es mehr als je zuvor entscheidend, eine positive Einstellung in der Belegschaft auszulösen. Stellen Sie Fragen, die zu Lösungen ermuntern wie "Was läuft heute gut, was sind unsere Stärken, wie möchten wir, dass dieses Unternehmen aussieht?"
Seien Sie mit den Gedanken und mit dem Herzen bei der Sache.
Leute arbeiten intensiver für das, woran sie glauben und was sie zur Schaffung beigetragen haben. Das ist ein entscheidender Punkt, der während einer tiefgreifenden Umgestaltung am Arbeitsplatz geprüft werden muss. Was das mögliche Ausmaß des Arbeitsplatz-Wandels betrifft, sollten Mitarbeiter frühzeitig in die Entwicklung einbezogen werden.
Lernen Sie Ihre eigenen Gefühle zu erkennen
Bücher, Gruppen, Familie und enge Freunde sowie Trainer können wichtige Quellen sein, um sich den eigenen Gefühlen bewusster zu werden. Auch kann man dadurch leichter lernen, mit diesen Gefühlen umzugehen, um sich über sein Verhalten im Klaren zu werden. Besonders sollte man darauf achten, wie man andere Menschen anspricht.
Geben Sie als Führungskraft ein gutes Beispiel
Was man tut oder lässt, hat direkten Einfluss darauf, was Mitarbeiter glauben, was akzeptabel ist. Seien Sie ein überzeugendes Beispiel dafür, dass ein ausgeglichenes Verhältnis zwischen Beruf und Privatleben von Bedeutung ist. Essen Sie mit anderen zu Mittag und motivieren Sie Kollegen dazu mitzukommen. Auch Spaß und Lachen am Arbeitsplatz sind erwünscht, da dies Stress reduzierende Faktoren sind.
Nehmen Sie sich Zeit für gute Nachrichten
Wer sich immer nur auf das Negative konzentriert, tut weder seiner Gesundheit noch seiner Denkweise einen Gefallen. Und seien wir ehrlich: Der Anteil an positiven und erbaulichen Geschichten in den Nachrichten fällt eindeutig spärlich aus. Es ist extrem wichtig, sich so gut wie möglich von jeglichem Trübsal abzukapseln und wieder mit Leuten Kontakt aufnehmen bzw. Dinge zu tun, die Spaß machen.
Halten Sie sich von überflüssigen Dingen frei
Konzentrieren Sie sich auf den Kern Ihrer Arbeit. Jetzt ist Zeit, mit den Mitarbeitern Prioritäten zu setzen und sich darüber Gedanken zu machen, welche Projekte einen perfekten Lösungsansatz erfordern. Nicht jedes Projekt kann an oberster Stelle stehen. Gerade in wirtschaftlich angespannten Zeiten sind Brainstorming-Sitzungen wichtiger denn je.

Unternehmensgröße beeinflusst Stress

Der Stress kann Folgen haben. Etwa 800.000 Arbeitnehmer in Deutschland nehmen regelmäßig aufputschmittel, um im Job noch mehr zu leisten. Zu diesem Ergebnis kam eine Studie der DAK.

In Deutschland hat der Stress im internationalen Vergleich weniger stark zugelegt als in anderen Ländern. An erster Stelle liegt China. 86 Prozent der Teilnehmer sind dort der Meinung, dass ihr Stress-Niveau in die Höhe geklettert ist. Auf den Rängen zwei und drei folgen Belgien und Mexiko mit jeweils rund 64 Prozent.

Deutschland liegt mit 48 Prozent auf dem vorletzten von 13 Rängen. An letzter Stelle stehen die Niederlande. 47,3 Prozent der Befragten fühlen sich gestresster als vor zwei Jahren.

Die Luxemburger Regus-Gruppe befragte für den Regus Business Tracker insgesamt 11.000 Unternehmensvertreter zum Thema Stress am Arbeitsplatz. Die Teilnehmer stammen aus 13 Ländern.