Cloud Computing


CIO Damian Bunyan

Uniper hievt die IT in die Cloud

Wolfgang Herrmann ist IT-Fachjournalist und Editorial Lead des Wettbewerbs „CIO des Jahres“. Der langjährige Editorial Manager des CIO-Magazins war unter anderem Deputy Editorial Director der IDG-Publikationen COMPUTERWOCHE und CIO sowie Chefredakteur der Schwesterpublikation TecChannel.
Handelsraum in Düsseldorf: Der Energiehandel gehört zu den wichtigsten Geschäftsfeldern von Uniper.
Handelsraum in Düsseldorf: Der Energiehandel gehört zu den wichtigsten Geschäftsfeldern von Uniper.
Foto: Uniper

"Wir halten alle Daten und Anwendungen im Amsterdamer Cloud-Rechenzentrum von Microsoft vor", betont der CIO. Das sei schon aufgrund gesetzlicher Vorgaben wie der Datenschutzgrundverordnung (DSGVODSGVO) notwendig. Alles zu DSGVO auf CIO.de

Auf dem Weg zur zentralen "Uniper Data AnalyticsAnalytics Platform" war der Data-Lake nur ein erster Meilenstein. Für die darauf aufsetzende Plattform kombinierte das Unternehmen Data-Management- und Integrations-Tools von Talend mit Visualisierungs- und Analytics-Systemen von Tableau. Erfolgskritisch sind auch die Self-Service-Optionen des neuen Systems, berichtet Bunyan: "In der alten Welt waren Mitarbeiter in datenlastigen Abteilungen wie Energiehandel und Energieerzeugung vollständig von der IT-Abteilung abhängig, wenn sie etwa Analysen oder Berichte erstellen wollten." Alles zu Analytics auf CIO.de

Das war zeit- und kostenintensiv und führte nicht selten dazu, dass gerade diejenigen Kollegen ausgebremst wurden, die am meisten auf Datenanalysen angewiesen waren. Zu ihnen gehören beispielsweise Energiehändler, die Marktdaten möglichst in Echtzeit benötigen, um schnell auf Veränderungen reagieren zu können. Mit der Self-Service-Analytics-Lösung habe sich die Zeit bis zur Verfügbarkeit relevanter Erkenntnisse um bis zu 70 Prozent verkürzt , sagt Bunyan.

Uniper modernisiert 11.000 Clients

Die Modernisierung der Uniper-IT umfasste auch die rund 11.000 Client-Systeme. In der EON-Welt war Windows 7 der Standard, mit dem Wechsel in die Azure-Cloud migrierte das Energieunternehmen auf Windows 10 und Office 365Office 365 und setzt auch hier auf eine komplette Cloud-Backend-Infrastruktur mit dem Microsoft Partner Glück und Kanja Consulting. "Aus Sicht der Benutzer war das eine große Verbesserung, die sich gerade in Zeiten einer Pandemie mit einer größeren Flexibilität für den Workplace auszahlt", berichtet Bunyan. Alles zu Office 365 auf CIO.de

Uniper SE

Hauptsitz Düsseldorf
Umsatz 65,8 Milliarden Euro (2019)
Adjusted EBIT 863 Millionen Euro (2019)
Mitarbeiter etwa 12.000
CIO Damian Bunyan

Vor allem das geräte- und ortsunabhängige Arbeiten mit der cloudbasierten Office-Suite finde Anklang, ebenso moderne Collaboration-Tools wie Microsoft Teams und Surface Hubs. Die Uniper-Mitarbeiter nutzen darüber hinaus diverse Analytics-Tools aus der Cloud, darunter neben Tableau auch Microsofts Power BI. Auf der To-do-Liste des CIOs stand zudem auch die Netzwerk-Infrastruktur. Früher waren die klassischen Energiesparten Teil des EON-Netzwerks. Nach dem Carve-out baute Uniper mit der Telekom ein eigenes Netzwerk auf, das kontinuierlich an die wachsende Cloud-Nutzung angepasst wird.

IT-Organisation bei Uniper

Mit der Abspaltung vom EON-Konzern veränderten sich auch die Governance-Strukturen in der IT. Bunyan mag den Begriff IT-Governance nicht besonders: "Er wird häufig gebraucht, wenn in der Organisation etwas nicht funktioniert." Auf Uniper treffe das nicht zu. "Als Unternehmen agieren wir funktional und sind entsprechend aufgestellt." Die IT bilde eine von mehreren Funktionen, die vom CIO gesteuert werde.

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