Axa-Aktie stürzt ab

Versicherer Axa will US-Wettbewerber XL Group kaufen

05.03.2018
Der französische Versicherer Axa will den US-amerikanischen Wettbewerber XL Group für 15,3 Milliarden US-Dollar (umgerechnet 12,4 Mrd Euro) kaufen.
Axa plant die Übernahme der XL Group.
Axa plant die Übernahme der XL Group.
Foto: miqu77 - shutterstock.com

Dies ist die bisher größte Übernahme in der fast 200-jährigen Geschichte der AxaAxa. Die XL Group bietet vor allem VersicherungenVersicherungen für andere Assekuranzen an, so genannte Rückversicherungen. Top-500-Firmenprofil für AXA Top-Firmen der Branche Versicherungen

Der Allianz-Konkurrent bietet den Aktionären der XL Group 57,60 US-Dollar pro Aktie, teilte der Konzern am Montag in Paris mit. Damit bezahlt Axa nach eigenen Angaben eine Prämie von 33 Prozent auf den letzten Marktpreis des börsennotierten Unternehmens vom Freitag. Die erwarteten Synergien mit eingerechnet liegt das Kurs-Gewinn-Verhältnis des Zukaufs bei einem Faktor von Elf, erklärte Axa weiter.

Axa-Aktie bricht ein

An der Börse kam die Transaktion gar nicht gut an. Die im EuroStoxx 50 notierte Axa-Aktie büßte bis zu zehn Prozent ein.

Damit forcierte das Papier die jüngste Talfahrt. Seit dem Mehrjahreshoch Ende Januar sank der Börsenwert um rund 17 Prozent oder elf Milliarden Euro auf zuletzt noch knapp 56 Milliarden Euro. Mit dem Rückschlag am Montag fällt auch die Bilanz der vergangenen zwölf Monate leicht negativ aus.

Zum Vergleich: Im gleichen Zeitraum zog die Marktkapitalisierung des italienischen Konkurrenten Generali um acht Prozent auf 23 Milliarden Euro und diejenige der Allianz um 13 Prozent auf 83 Milliarden Euro an. Analysten waren sich in ersten Einschätzungen unsicher, ob die Transaktion sinnvoll ist.

Experten skeptisch

Baader-Helvea-Experte Daniel Bischof sieht den strategischen Sinn der Übernahme, hält den Preis aber für zu hoch. Skeptischer ist dagegen UBS-Kollege Colm Kelly: Auf den ersten Blick passe der Deal nicht zu Axa. Zuletzt seien die Franzosen vor allem durch ergänzende Zukäufe und nicht durch so große Transaktionen gewachsen.

Finanzieren will der seit knapp zwei Jahren amtierende Axa-Chef Thomas Buberl die Übernahme, die die bisher größte eines US-Versicherers durch einen europäischen Konkurrenten ist, durch vorhandene Mittel, Schulden und Erlösen aus dem geplanten Börsengang des US-Geschäfts.

Die Aktionäre der XL Group müssen der Übernahme noch zustimmen. Ebenso steht die Erlaubnis verschiedener Regulierungsbehörden aus, wie aus der Pressemeldung von Axa hervorgeht. Demnach erwartet der Konzern den Vollzug der Übernahme im zweiten Halbjahr 2018.

Die Nachrichtenagentur Bloomberg hatte am Wochenende von dem geplanten Deal berichtet. Bloomberg zufolge war auch der deutsche Versicherer Allianz an der XL Group interessiert. (dpa/rs)

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